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Oshibori2 min read

Oshibori-Etikette: wie man es richtig benutzt

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Ein Oshibori ist für die Hände gedacht, nicht für das Gesicht und nicht für den Tisch. Diese eine Regel deckt fast alles ab, was zur Etikette gehört. Der Rest sind Feinheiten, die in Japan selbstverständlich sind und ausserhalb kaum jemand kennt.

Wofür es gedacht ist

Das Tuch wird vor dem Essen gereicht und dient dazu, die Hände zu reinigen. In Japan isst man viele Gerichte mit den Fingern oder greift zu Stäbchen, ohne vorher aufzustehen. Das Oshibori ersetzt den Gang zum Waschbecken.

Daraus ergibt sich der Zeitpunkt: Es kommt vor dem Essen, nicht danach. Ein Tuch nach dem Essen ist eine westliche Erweiterung und in Japan unüblich.

Wofür es nicht gedacht ist

  • Das Gesicht. Männer tun es in Japan gelegentlich, es gilt aber als unfein und in gehobenen Häusern als unpassend.
  • Den Hals und den Nacken. Deutlich zu viel, ausser man ist in einer Sauna und nicht in einem Restaurant.
  • Den Tisch. Verschütteten Wein mit dem Oshibori aufzuwischen ist der Fehler, der Personal am meisten stört. Dafür gibt es andere Tücher.
  • Das Besteck. Stäbchen oder Gläser damit abzuwischen unterstellt dem Haus, es habe unsauber gedeckt.

Nach dem Gebrauch

Das Tuch wird locker zusammengelegt und auf die Ablage zurückgelegt, auf der es kam, oder an den Rand des Gedecks. Nicht auf den Teller, nicht auf den Stuhl, und nicht wieder aufgerollt, als sei es unbenutzt.

In vielen Häusern bleibt das Oshibori während des Essens liegen und wird zwischendurch noch einmal benutzt. Das ist in Ordnung, solange es an seinem Platz bleibt.

Was das Reichen bedeutet

Das Oshibori ist eine Geste der Gastfreundschaft und in Japan Teil dessen, was dort Omotenashi heisst: eine Aufmerksamkeit, die man nicht bestellt und für die man nicht zahlt.

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Deshalb wird es gereicht und nicht hingestellt. Und deshalb ist die Temperatur so wichtig: Ein lauwarmes Tuch wirkt nachlässig, ein zu heisses aufdringlich. Wie man beides trifft, steht im Beitrag Oshibori selber machen.

Warm oder kalt

Warm ist der Normalfall und wird ganzjährig gereicht. Im Hochsommer sind kalte Tücher verbreitet, weil sie erfrischen statt zu wärmen. Beides ist richtig, es hängt an der Jahreszeit und am Haus.

Wann was passt, steht im Beitrag Warmes oder kaltes Tuch.

Für Betriebe ausserhalb Japans

Gäste kennen die Regeln meistens nicht, und darauf hinzuweisen wäre der grössere Fehler. Wer sein Gesicht abwischen will, soll das tun. Die Etikette ist eine Hilfe für den, der sie wissen will, und keine Prüfung.

Was ein Betrieb dagegen steuern kann, ist die Qualität: sauberes Gewebe, richtige Temperatur, gereicht statt hingestellt. Das ist der Teil, den der Gast wahrnimmt. Die Ausstattung dafür steht unter CalmConcept, etwa der Warmtuchspender ASP-SJJ-120A, und was ein Oshibori überhaupt ist, im Beitrag Was ist ein Oshibori.

Woher der Brauch kommt

Belegt ist das Reichen feuchter Tücher in Japan seit der Edo-Zeit, als Reisende in Gasthäusern ein angefeuchtetes Tuch für Hände und Gesicht bekamen. Der Name selbst kommt vom Verb für auswringen, und genau das beschreibt die Zubereitung bis heute.

Verbreitet hat es sich von den Gasthäusern in die Restaurants und von dort in Flugzeuge, Züge und Hotels. Heute ist es in Japan so selbstverständlich, dass sein Fehlen auffällt und nicht sein Vorhandensein.

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