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Was wird bei der Ganzkörpermassage gemacht? Die Griffe

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Bei einer Ganzkörpermassage arbeitet die Therapeutin mit fünf Grundgriffen: Streichen, Kneten, Reiben, Klopfen und Vibration. Jede Körperregion bekommt davon eine eigene Mischung, und die Reihenfolge ist fast überall gleich. Hier steht, was jeder Griff bewirkt, was an Rücken, Beinen, Armen und Nacken tatsächlich passiert und woran du merkst, dass sauber gearbeitet wird.

Die fünf Grundgriffe

  • Streichen. Flächige, gleitende Züge mit der ganzen Hand, meist in Richtung Herz. Damit beginnt und endet fast jede Region. Es verteilt das Öl, wärmt das Gewebe an und gibt dem Körper Zeit, sich auf die Berührung einzustellen.
  • Kneten. Die Muskulatur wird zwischen Daumen und Fingern angehoben und durchgearbeitet, ähnlich wie Teig. Das ist der eigentliche Kern der Massage und der Griff, den die meisten meinen, wenn sie an Massage denken.
  • Reiben. Kleine, kreisende Bewegungen mit Daumen oder Fingerkuppen, punktgenau auf eine feste Stelle. Der intensivste der fünf Griffe und der, bei dem man am ehesten zusammenzuckt.
  • Klopfen. Kurze, lockere Schläge mit der Handkante oder der hohlen Hand. Wirkt anregend statt beruhigend, kommt deshalb eher am Ende oder bei einer Sportmassage vor.
  • Vibration. Feines Schütteln mit aufgelegter Hand. Wird oft zum Abschluss einer Region eingesetzt.

Kein Studio arbeitet alle fünf stur ab. Gute Therapeutinnen wechseln je nachdem, was sie unter den Händen spüren.

Was jede Region bekommt

Rücken. Der längste Abschnitt, meist ein Drittel der Zeit. Zuerst grossflächiges Streichen über die gesamte Länge, dann Kneten der Muskelstränge links und rechts der Wirbelsäule, dann punktuelles Reiben an den festen Stellen. Auf der Wirbelsäule selbst wird nicht gearbeitet, nur daneben.

Nacken und Schultern. Der Bereich, der am häufigsten fest ist. Hier wird kleinteiliger gearbeitet, oft im Sitzen oder mit seitlich gedrehtem Kopf. Der Kapuzenmuskel zwischen Hals und Schulter bekommt die meiste Aufmerksamkeit.

Beine. Erst die Rückseite, Waden und hintere Oberschenkel, dann in Rückenlage die Vorderseite. Gestrichen wird von unten nach oben, also Richtung Herz. Die Kniekehle wird ausgespart, dort verlaufen Gefässe dicht unter der Haut.

Füsse. Kräftiger Daumendruck auf der Sohle, Durchbewegen der Zehen. Für viele der angenehmste oder der kitzligste Teil, dazwischen gibt es wenig.

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Arme und Hände. Kurz gehalten, meist zwei bis drei Minuten je Seite. Streichen vom Handgelenk zur Schulter, Kneten des Oberarms, Daumendruck in der Handfläche.

Bauch. Nur mit ausdrücklicher Zustimmung und immer sehr sanft, in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn.

Die Reihenfolge

Fast alle Studios arbeiten von den Beinen aufwärts und beginnen in Bauchlage: Beinrückseiten, Rücken, Nacken und Schultern. Dann drehst du dich, und es folgen Beinvorderseiten, Arme, gegebenenfalls Bauch, zum Schluss oft noch einmal Nacken und Kopf.

Der Grund für diese Reihenfolge ist praktisch: Der Rücken braucht am meisten Zeit und wird deshalb früh behandelt, solange die Sitzung noch lang ist. Was den Ablauf drumherum angeht, vom Empfang bis zum Nachruhen, steht das hier: wie eine Ganzkörpermassage abläuft.

Was die einzelnen Griffe bewirken sollen

Jeder Griff verfolgt ein eigenes Ziel. Vorsichtig formuliert, weil die Studienlage zu Massage insgesamt dünner ist, als die Werbung glauben macht:

  • Streichen bereitet vor. Es wärmt das Gewebe an und senkt die Abwehrspannung, mit der jeder Körper auf eine fremde Hand reagiert. Ohne diesen Anfang fühlt sich alles Weitere härter an.
  • Kneten zielt auf die Muskulatur selbst. Viele beschreiben danach ein Gefühl von Lockerung im behandelten Bereich.
  • Reiben arbeitet an einzelnen festen Stellen. Das ist der Griff, bei dem sich ein Punkt zuerst unangenehm und danach oft deutlich weicher anfühlt.
  • Klopfen wirkt anregend statt beruhigend. Deshalb steht es vor dem Wettkampf und nicht am Ende einer Wellnessbehandlung.
  • Vibration schliesst eine Region ab und leitet zur nächsten über.

Was sich davon wie lange hält, ist individuell. Wie häufig eine Behandlung sinnvoll ist, steht in einem eigenen Beitrag: wie oft man zur Massage gehen sollte.

Wie du dich vorbereitest

Wenig, aber es hilft. Iss nicht direkt vorher, vor allem nicht schwer, weil in Bauchlage der Druck auf den Bauchraum unangenehm wird. Dusch vorher, das ist keine Höflichkeitsfrage, sondern angenehmer für beide Seiten. Nimm Schmuck und Uhr ab und binde lange Haare zusammen.

Sag zu Beginn zwei Dinge: wo du Beschwerden hast und welche Bereiche du ausgelassen haben möchtest. Beides ist der Normalfall und niemand fragt nach. Was du dabei anziehst und was ausgezogen wird: was man bei einer Massage auszieht.

Woran du gute Arbeit erkennst

  • Es wird gefragt, bevor eine neue Region beginnt, besonders bei Gesäss und Bauch.
  • Der Druck wird aufgebaut statt sofort voll aufgesetzt.
  • Die Hände verlieren den Kontakt zum Körper kaum, das hält den Ablauf ruhig.
  • Du kannst durchgehend ruhig weiteratmen. Anhalten oder Gegenspannen heisst: zu viel.
  • Es wird nachgefragt, ob der Druck passt, nicht nur zu Beginn.

Was ausgelassen wird

Intimbereich und Brust werden nicht behandelt, die Wirbelsäule selbst wird nicht bearbeitet, ebenso wenig Kniekehlen, der vordere Hals und frische Verletzungen. Was genau dazugehört und was nicht, steht ausführlich in einem eigenen Beitrag: bei welcher Massage wirklich alles massiert wird. Den Überblick über Dauer, Kosten und Formen gibt der Beitrag zur Ganzkörpermassage.

Was ein Gerät davon kann

Ein Massagesessel beherrscht drei der fünf Griffe: Kneten über rotierende Rollen, Klopfen über schnelle Anschläge und Vibration. Streichen kann er nur eingeschränkt, punktgenaues Reiben an einer einzelnen festen Stelle gar nicht. Dafür schafft er in zehn Minuten die gesamte Rückenlänge, jeden Abend, ohne Termin. Die Modelle stehen in der Übersicht, kleinere Geräte für einzelne Zonen bei den Massagegeräten.

Kurz zusammengefasst

  • Fünf Grundgriffe: Streichen, Kneten, Reiben, Klopfen, Vibration.
  • Der Rücken bekommt etwa ein Drittel der Zeit, Arme am wenigsten.
  • Gearbeitet wird von unten nach oben und von der Bauch- in die Rückenlage.
  • Wirbelsäule, Kniekehlen, vorderer Hals, Intimbereich und Brust bleiben aus.
  • Ein Gerät beherrscht Kneten, Klopfen und Vibration, aber kein punktgenaues Reiben.
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