Artikel: Speicherstadt Hamburg: Rundgang und Ziele
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Die Speicherstadt ist der grösste zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt und steht seit 2015 zusammen mit dem Kontorhausviertel auf der Welterbeliste. Sie besteht aus Backsteinspeichern auf Eichenpfählen, zwischen denen Kanäle verlaufen. Für Besucher ist sie vor allem eines: ein Gebiet, in dem alles zu Fuss erreichbar ist.
Warum sie auf Pfählen steht
Der Untergrund ist Elbmarsch und trägt kein Backsteingebäude. Deshalb wurden Zehntausende Eichenpfähle in den Boden gerammt, auf denen die Speicher ruhen. Solange die Pfähle unter Wasser stehen, verrotten sie nicht, und genau deshalb hält die Konstruktion seit über hundert Jahren.
Gebaut wurde ab 1883 als Zollfreigebiet: Waren konnten hier gelagert und bearbeitet werden, ohne Zoll auszulösen. Deshalb die Winden an den Fassaden und die breiten Ladeluken, die man heute noch überall sieht.
Die Ziele
- Miniatur Wunderland. Die grösste Modelleisenbahnanlage der Welt. Drei Stunden, unbedingt vorbestellen.
- Speicherstadtmuseum. Klein, konkret und die beste Erklärung dafür, wie hier gearbeitet wurde.
- Kaffeeröstereien. Der Kaffeehandel gehört zur Geschichte des Viertels, und mehrere Röstereien sind bis heute dort.
- Die Kanäle selbst. Die eigentliche Sehenswürdigkeit kostet nichts.
Der Rundgang in einer Stunde
Von der U-Bahn Baumwall über die Brooksbrücke ins Viertel, dann entlang des Zollkanals ostwärts und über die Poggenmühlenbrücke zurück. Von dieser Brücke aus entsteht das meistfotografierte Motiv Hamburgs: das Wasserschloss zwischen zwei Kanälen.
Eine Stunde reicht für den Rundgang ohne Innenräume. Mit Miniatur Wunderland wird ein halber Tag daraus. Anschliessend liegt die HafenCity direkt östlich, beschrieben im Beitrag HafenCity Hamburg.
Wann das Licht am besten ist
Am frühen Morgen und in der Dämmerung. Tagsüber steht die Sonne über den Speichern und die Kanäle liegen im Schatten, abends wird das Viertel beleuchtet und spiegelt sich im Wasser.
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Die blaue Stunde nach Sonnenuntergang ist die Zeit, zu der die bekannten Aufnahmen entstehen. Im Winter liegt sie günstig am frühen Abend, im Sommer erst spät.
Was man beachten sollte
Das Kopfsteinpflaster ist grob und bei Nässe rutschig, feste Schuhe sind sinnvoll. Die Brücken haben Stufen, eine durchgehende barrierefreie Route gibt es nicht.
Und es ist ein Arbeitsgebiet: In den Speichern sitzen Büros, Teppichhändler und Werkstätten. Höfe und Ladeluken sind keine Fotokulisse zur freien Verfügung.
Wie man es sinnvoll verbindet
Speicherstadt, HafenCity und Elbphilharmonie liegen so dicht beieinander, dass zwischen ihnen jeweils zehn Gehminuten liegen. Das ist das dichteste Sightseeing-Gebiet Hamburgs und die beste Antwort auf einen halben Tag.
Weil dabei viel Kopfsteinpflaster zusammenkommt, gehört eine Pause in den Plan. In der HafenCity liegt die NAIPO Relax Lounge mit zwanzig Minuten im Massagesessel, ohne Termin und ohne Umziehen. Die Adresse steht unter Standorte.
Was hier gelagert wurde
Kaffee, Tee, Gewürze, Kakao, Tabak und Teppiche. Die Waren brauchten trockene, dunkle Lagerung und wurden hier auch bearbeitet: sortiert, gemischt, umgepackt. Das war der eigentliche Zweck des Zollfreigebiets.
Zwei Branchen sind bis heute im Viertel geblieben. Kaffeeröstereien betreiben dort Verkauf und Verkostung, und der Teppichhandel nutzt weiter die grossen Lagerflächen. Wer an einem Werktag durchgeht, sieht beides in Betrieb und nicht als Kulisse.
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